Auswertungen

6 Monate Meminto Beta – ein Zwischenstand

By 20. Dezember 2016 No Comments

Es herrschte große Ruhe in der letzten Zeit – was bei mir jedoch immer ein Zeichen dafür ist, dass sich relativ viel tut. Im Folgenden ein paar Einblicke in das Geschehen rund um Meminto seit dem Start der geschlossenen Beta-Phase.

Die ersten 30 Tage der Beta-Phase

Direkt nach dem Start der Beta Phase berichtete das Apple-Online-Magazin ifun über Meminto. Durch deren Leser gab es einen Ansturm an Anmeldungen, die in den kommenden Wochen eifrig mithalfen, einige Bugs und Probleme zu beseitigen. Obwohl sich immer noch Benutzer für die geschlossene Beta bewerben, gehen seit über zwei Monaten nun keine Meldungen über auftretende Fehler mehr ein, stattdessen läuft das Lifecheck-System sehr flüssig und ruhig.

Während des ersten Monats wurde ich vom digitalen Nachlass-Magazin „Digital.Danach“ interviewt und konnte Meminto dort etwas genauer vorstellen. Einige Punkte in diesem Interview würde ich aus heutiger Sicht jedoch nicht mehr so vertreten, beispielsweise die Anbindung an soziale Netzwerke. In den letzten Monaten hat sich deutlich gezeigt, dass es viele hervorragende Überschneidungen geben kann, die von Benutzern auch gerne genutzt würden.

Die nächsten 2 Monate nach Start der Beta

Im Herbst gab es dann ein Interview zum Thema auf Immigrant Entrepreneur. Hier wurden meine Wurzeln und Visionen noch etwas beleuchtet – auch in anderen Projekten. Zwischenzeitlich meldeten sich immer mehr Benutzer für das System an und der Nutzerstamm wuchs. Erste Auswertungen der Nutzung wurden angefertigt, um sehen zu können, wo möglicherweise Schwachstellen im System stecken oder wo Benutzer Probleme hatten. Da der Fokus gezielt auf dem Test des Lifechecks lag, wurden keine neuen Funktionen integriert, jedoch Fehler in bestehenden Abläufen korrigiert.

Im August entstand innerhalb von 48 Stunden das deutsche Erklärvideo zu Meminto – komplett in Eigenregie. Einige zehntausend Freunde der Freunde sahen ihn bereits auf Facebook – und wieder gab es Beta-Anmeldungen. Einen Monat später war auch die englische Version davon erstellt, die jedoch wegen der noch fehlenden Sprachunterstützung im System noch nicht verbreitet wurde.

Fakten über die Nutzung nach einem halben Jahr

Mit einem halben Jahr Beta-Erfahrungen über das „Death related business“ gehe ich nun in die Weihnachtsferien. Folgende Erkenntnisse konnte ich dank der Arbeit einer fleißigen Praktikantin bekommen, die alle Meminto-Benutzer manuell auswertete und über die aktiven Nutzer folgende Dinge aussagen kann:

  • Die meisten Beta Nutzer lassen ihren Lebensstatus einmal im Monat prüfen. Auf dem zweiten Platz sind Nutzer, die alle 14 Tage ihr „OK“ zum Lifecheck geben.
  • Für die Lifecheck-Beantwortung geben sich die meisten Benutzer gerade einmal 2 Tage Zeit – allerdings brauchen 34,6% der Nutzer mehr Zeit und Sicherheit, und wollen 7 Tage ins Land ziehen lassen, bevor sie erinnert werden.
  • Zum Zeitpunkt der Analyse waren 92,3% der Nutzer „am Leben“. Nur ein Bruchteil befand sich im Wartezustand, weil der Lifecheck noch nicht beantwortet wurde. Glücklicherweise ist niemand wirklich gestorben
  • Die meisten Beta-Nutzer haben genau einen Trustie als Sicherheit hinterlegt. 23,1% benutzen Meminto stattdessen gänzlich ohne Sicherheitsnetz und verlassen sich auf die Erinnerungen, die rausgehen, sollten sie einen Lifecheck nicht beantworten.

Nächste Schritte

Meminto hat sich in meinem Kopf und auch schon physisch deutlich weiterentwickelt (jedoch nicht im System, indem es momentan in der Beta läuft). Immer noch strebe ich an, das Thema „Digitaler Nachlass“ näher an den Nutzer zu bringen. Es haben sich aber immer stärker die Fragen gestellt, warum Nutzer ein Tool wie Meminto mehr als einmal im Jahr nutzen sollten. Schließlich ist Meminto eine Art Versicherung – und niemand WILL wirklich eine Versicherung. Man glaubt vielleicht, sie zu brauchen – aber wollen? Nicht wirklich.

Deswegen betrachte ich das Thema täglich kritisch. Ob es dafür einen Markt gibt? Da bin ich mir sicher. Bestätigt werde ich durch immer häufigere Meldungen in der Presse. Auch wenn es langsam geht: Leute beginnen immer mehr, sich Gedanken um ihren digitalen Nachlass zu machen. Um letzte Worte. Und darum, ihren Hinterbliebenen das Leben durch ihren Abschied nicht unnötig schwerer zu machen. Ich werde im neuen Jahr versuchen, mit Meminto hier noch einige große Schritte zu gehen, damit dieses Ziel in Zukunft näher kommt.

Al

Author Al

Hi, ich bin Al. Mit Meminto verfolge ich die Mission, das Thema Sterben und Erben ins digitale Zeitalter zu führen. Ich leite unter anderem die SEO Agentur zählpixel.com und die Audio-Agentur SpeakStaff. Mehr über mich gibt es auf meiner Facebook-Seite.

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